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Tag 18
Freitag, 03.08.1956, Ruhetag, Ohrid
6.15 Uhr sind wir aufgestanden. Wir konnten so lange schlafen, weil unsere Zelte vormittags im Schatten standen, und deshalb die Temperatur in den Zelten erträglich war.
Nach dem Waschen und Essen haben wir Wolfgangs hinteres Schutzblech wieder ausgebaut, allmählich haben wir schon Übung, und wollten mit meinem Roller in die Stadt fahren, als wir merkten, dass ich hinten einen Platten hatte. Wolfgang musste nun mit seiner Maschine fahren und das Schutzblech schweißen lassen. In dieser Zeit habe ich den Reifen geflickt und die Maschine auch sonst überholt.
Mittags kam ein jugoslawischer Arzt und bat mich, da er mich flicken sah, für seine Kinder einen Wasserreifen wieder dicht zu machen. Während ich mich seinem Reifen widmete, kamen wir allmählich in ein Gespräch. Da er besser Englisch als Deutsch sprach, musste Wolfgang, der inzwischen wieder zurückgekommen war, ihm auf Englisch antworten. Der Arzt war ein überzeugter Kommunist, und wir haben lange mit ihm sehr angeregt diskutiert.
Um 15.50 Uhr kamen wir erst zum Mittagessen. Anschließend haben wir auf den Luftmatratzen im See Wäsche gewaschen. Es war bei dem Wellengang schwierig, alle Sachen beieinander zu halten, aber es hat doch Spaß gemacht. Anschließend habe ich mich noch etwas auf dem Wasser treiben lassen. Abends haben wir dann Briefe geschrieben. 
Der Ohrid-See liegt ganz wunderbar rings von hohen Bergen umgeben. Die Hälfte des Sees und die gegenüberliegenden Berge gehören schon zu Albanien. Das Wasser war schön klar und warm. Eigentlich wollten wir eine kleine Dampferfahrt machen, sind aber nicht mehr dazu gekommen. Viel Ruhe haben wir am heutigen "Ruhetag" nicht gehabt, aber die Maschinen mussten ja schließlich in Ordnung gebracht werden, und das Zeug mußte gewaschen werden.
Die beiden Nächte auf dem Campingplatz "Biljana" kosteten 244 Dinar pro Person. Gegen 22.50 Uhr sind wir ins Zelt gegangen und haben uns zur Ruhe gelegt.
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