Griechenland 1956 Überschrift

Tag 6GR029

Sonntag, 22.7.1956, Ruhetag
 (3564 - 3566 = 2 km)

4.45 Uhr aufgestanden. Hinter den Bergen ging wunderschön die Sonne auf und beleuchtete die gegenüberliegende Insel Krk.

Wir sind dann nach Selce hereingefahren und haben Milch gekauft. Die Milch wird hier zwischen 5 und 6 Uhr von Frauen verkauft, die sie aus den Nachbardörfern herantragen. In Flaschen und kleinen Kannen, die sie in Körben auf dem Rücken tragen, schleppen sie die Milch kilometerweit heran (Abb. re.). Auch
andere Lebensmittel wie Käse, Tomaten GR030
usw. bringen sie zum Verkauf. Wir haben uns 1/2 kg Tomaten(30 Din.) und 3 l Milch (Liter 50 Din.) gekauft. Dann sind wir wieder zum Zeltplatz zurückgefahren, und ich habe mich gleich an die Überholung gmeines Rollers gemacht. Dann haben wir gebadet, Wäsche gewaschen und Briefe geschrieben.

Gegen 8 Uhr hatte sich der Himmel bezogen, und es hat sogar bisweilen etwas getröpfelt. Beim Schreiben habe ich auf dem Luftmatratzensitz hoch auf einer Mauer gesessen und zwischendurch den herrlichen Blick auf die Adria und die Insel Krk genossen. Es fuhren oft Küsten-
dampfer für den Reiseverkehr und GR028
Fischkutter, die vom Fang zurückkamen, vorüber. 13 Uhr haben wir einen schönen Schokoladenpudding gekocht und direkt am Meer auf einem Felsen gegessen (Abb. re. oben). Das Wetter hatte sich mittags gebessert, und es schien dann herrlich die Sonne.

Nach dem Essen haben wir einen Spaziergang auf einen nahen Berg unternommen (Abb. re.). Der Weg ging durch ungeheuer steiniges Land hinauf in den Karst. Um überhaupt das Nötigste anbauen zu können, müssen die ärm- lichen Menschen die Steine von dem kargen Acker absammeln. Deshalb findet man hier lauter kleine Stücke, die von 1 - GR0351,5m hohen Steinmauern umgeben sind (Abb. re.). Auf diesen kleinen abgesammelten Flachen wurde sehr dürftiger Mais, Wein, Gerste und Hirse angebaut. Die ganze Gegend war mit Feigen- und Ölbäumen bestanden. Auch Maulbeerbäume findet man hin und wieder. Die Menschen machen hier alle einen gedrückten und sehr ärmlichen Eindruck. Wie uns gestern der Campingwärter sagte, verdienen die Arbeiter hier etwa 9000 Dinar im Monat, das sind etwa 100 DM. Wie sollen die Menschen davon leben können?

Von dem Berg hatten wir einen schönen Blick auf das weitere Binnenland (Abb. reGR033.) und zur anderen Seite auf die Adria. Nach dem Abstieg haben wir gleich wieder gebadet. Als wir eine Aufnahme auf einer kleinen Insel machen wollten, bin ich beim Durchwaten eines kleinen Stückes in einen Seeigel getreten und habe mir den Fuß voll Stacheln getreten (Abb. re. unten). Abends haben wir dann noch einmal gebadet und sind nach dem Abendbrot etwa 21.50 Uhr in den Schlafsack gekrochen.

 

 

 

GR032

 

 

 

 

 

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