Griechenland 1956 Überschrift

Tag 27

Sonntag, 12.08.1956 Ruhetag, Kyveri

6.30 Uhr aufgestanden. Dann haben wir die Zelte abgebaut und auf den Studenten gewartet, da wir ihn zum Dolmetschen gebrauchten. Es gefiel uns heute so gut hier, dass wir gern noch etwas bleiben wollten, und zwar hatten wir einen Platz in der Nähe ausgemacht, an dem wir keinen störten und uns auch keiner störte. Als der Student endlich kam, fragte er den Wirt, der auch nichts dagegen einzuwenden hatte.
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Wir sind dann mit dem Gepäck und den Maschinen auf dem steinigen Strand langsam zu dem neuen Zeltplatz gefahren, d. h. wir haben die Maschinen im ersten Gang laufen lassen und sind nebenher gegangen, da an ein Fahren auf dem Geröll nicht zu denken war. Der neue Zeltplatz lag ideal im Schatten eines großen Baumes direkt am Meer und in der Nähe von Süßwasser, das aus Bewässerungsgräben ins Meer floss.

Hier haben wir die Zelte wieder aufgebaut und uns anschließend auf dem Wasser mit den Luftmatratzen treiben lassen. Der schwache Wind, der anfangs leicht vom Lande wehte, hörte allmählich auf und kam schließlich vom Meer. Er wurde dann recht stark, so dass eine schöne Brandung aufkam.

Im Anschluss an unsere Bäder konnten wir uns immer schön im fließenden Süßwasser abspülen. Ich habe mich dann noch eine Zeit in die Sonne gelegt. 14 Uhr haben wir Mittag gekocht und gegessen. Anschließend habe ich Briefe an die Eltern und Hannelore und je eine Geburtstagskarte an Oma und Irmtraut geschrieben. So ging der Nachmittag schnell vorüber, und wir mussten uns abends recht beeilen, da wir die Maschinen noch waschen und polieren wollten.

Nachmittags habe ich mich, als ich beim Briefschreiben war, mit herangekommenen Griechen aus dem Dorf unterhalten. Einer von ihnen, er ging in Argos zur Oberschule, sagte mir, dass die Deutschen gut seien ("Germani gut") und begründete dieses eigenartigerweise damit, dass Hitler stark und kräftig gewesen sei, während England und Amerika nicht gut seien, da viele in der Regierung saßen. Er las gerade ein Buch über Hitler. Seine Meinung ist völlig unmaßgeblich und nicht charakteristisch für die Griechen, aber doch interessant. Besonders angetan hatte es ihm, dass Hitler gegen die Engländer und Franzosen gekämpft hatte.

Die Engländer sind den Griechen besonders verhaßt, da sie ihnen wegen Zypern so viele Schwierigkeiten machen. Um 21 Uhr haben wir uns schlafen gelegt.

 

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