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Tag 43
Dienstag, 28.08.1956 Teilstrecke Griechenland: 8655 - 8684 = 51 km, Yefyra - Evzoni
Um 6 Uhr aufgestanden. Es hatte so stark getaut, dass die Wäsche noch ebenso nass wie gestern Abend war. Im Weinberg haben wir schnell etwas geerntet, solange die Leute noch nicht auf den Feldern waren Die Trauben sind herrlich groß, süß und saftig, haben allerdings Kerne.
Als wir unsere Sachen zusammenpackten, besuchte uns ein mit Pistole bewaffneter uniformierter Grieche. Wie sich im Gespräch herausstellte, er konnte ganz gut deutsch, ist er Agerophylax (Landwächter) und muss auf Trauben und Tabak aufpassen. Er hat aber nichts zu unseren Trauben gesagt, im Gegenteil, er gab uns noch eine Menge dazu. wir hatten schon soviel gegessen, dass wir sie mitnehmen mussten. Er sprach immer von "mein Dorf", das besonders Weintrauben in großen Mengen verkaufte. Das Dorf heißt Vathilakon.
Etwa 11 Uhr fuhren wir ab. Die Wäsche war inzwischen in der Sonne trocken geworden, so dass ich sie wieder anziehen konnte. Von Vathilakon aus ging es über einige Hügel hinweg bis nach Aspropotamia und dann in der Flussniederung des Axios weiter bis Polykastron. Hier habe ich noch eine halbe Gallone Benzin geta kt und einen Liter Öl für den Ölwechsel gekauft, den ich hier gleich gemacht habe. Für das restliche Geld habe ich Zigaretten und Eis gekauft.
Von dort aus fuhren wir wieder über Hügel hinweg bis zum Dorf Evzoni, wo die Grenzstation lag. Es standen hier eine Menge Autos, und wir mussten mit der Abfertigung etwas warten. Die Grenzstation ist modern eingerichtet,und in der Nähe befinden sich sogar zwei Tankstellen. Unsere Abfertigung ging sehr schnell. Die Pässe bekamen ihre Stempel, dann mußten wir die Deklaration ausfüllen und das Carnet abstempeln lassen. Die Maschinen haben sie gar nicht kontrolliert. Ich hatte die Teppiche sorgfältig in dem Schlafsack verpackt, da ich sie unverzollt mitnehmen wollte, aber die Vorsicht war gar nicht nötig.
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