Griechenland 1956 Überschrift

Tag 41Griechenland Tag 41

Sonntag, 26.08.1956 (8278 - 8485 = 207 km), Pharsala - Polymylon

6.30 Uhr sind wir aufgestanden. Obwohl wir uns mit dem Packen und den anderen notwendigen Erledigungen beeilt hatten, sind wir erst 11 Uhr weggenommen. Durch die thessalische Ebene fuhren wir einige Stunden.

Wenn man aus der bergigen Landschaft kommt, so meint man hier in ein anderes Land gekommen zu sein. Wenn auch hier am Horizont immer Berge zu sehen sind, so hat man doch das Gefühl der Weite. Je mehr wir uns Larissa näherten, desto GR211deutlicher wurde im Norden am Horizont das Gebirgsmassiv des Olymps. Die Ebene von Thessalien bietet sich förmlich für den Großgrundbesitz an und so findet man auch häufig Güter mit weiten Ländereien. Von Larissa aus ging es wieder in die Berge, die Straße stieg aber nur sachte an.

Kurz nachdem wir an den Titarisios gekommen waren, lag rechts der Straße am Hang eines Hügels ein Aashaufen, an dem sich eine Menge Geier gütlich taten. Diese Raubvögel bilden die unentbehrliche Gesundheitspolizei in den warmen Ländern. In kürzester Zeit verschwinden unter ihren Schnäbeln jedes verendete Tier. Ich habe hier das erste Mal Geier im Freien gesehen. Zur Rechten hatten wir von nun an immer den Olymp, teils allerdings von Hügeln verdekt. GR212

Unter einem Baum haben wir 13.30 Uhr im Schatten Pause gemacht. Vorher hatten wir am Wege Weintrauben geerntet, die wir uns jetzt als Mittag zu Gemüte führten. Ich habe hier noch das Ventilspiel überprüft und die Schaltung neu eingestellt.

Linker Hand floss der Titarisios, der uns schon einige Zeit begleitet hatte. In seinem Flussbett und dem Tal standen viele Bäume, so dass es recht grün aussah. Rechts lagen wieder kahle und dürre Berge. Immer weiter führte uns die Straße über flach ansteigende Berge bis auf 4100m Höhe. Das letzte Stück wurde die Steigung erheblicher und wir fuhren bisweilen an steilen Abhängen entlang.

An der höchsten Stelle haben wir eine Aufnahme vom Olymp gemacht, der Blick war aber schon nicht mehr so schön wie von halber Höhe aus. Wir hatten unser Buch falsch verstanden und immer auf die Stelle gewartet, von der man den besten Ausblick auf den Olymp haben sollte, nach unserer falschen Auslegung jedenfalls. Diese Stelle war das Städtchen Servia, von dem aus, wie wir später merkten, der Olymp gar nicht mehr zu sehen war. Wir waren froh, dass wir wenigstens vom Pass aus eine Aufnahme vom Olymp noch gemacht hatten. Ich hatte mir den Olymp als einen einzelnen hoch aufragenden Berg vorgestellt.und war überrascht, ein langes etwa gleich hohes Gebirgsmassiv zu sehen.

Mit seinen 2917m ist der Olymp der höchste Berg Griechenlands. Von dem 1400 m hohen Pass hatte man nach Norden einen schönen Blick zwischen Bergen hindurch in das Aliakmon-Tal und weiter bis in die Ebene von Kozani, die sich im Norden zwischen dem Vermion-Gebirge im Nordosten und einem Höhenzug im Südwesten erstreckt.
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Aus dem Aliakmon-Tal ging es etwas äufwärts auf sachte ansteigenden Bergen bis Kozani, wo wir auf der Hinfahrt schon einmal waren. Kurz vor der Stadt bog die Straße nach Saloniki ab, auf der wir noch etwa 50 km bis zum Dorf Polymylon fuhren. Dort haben wir uns gewaschen und Wasser getankt. Zwei griechische Mädchen aus Saloniki wollten hier unbedingt photographiert werden, so dass wir es schlecht ablehnen konnten. Nach der Aufnahme sind wir von der Straße abgefahren und haben dort auf einer an eine Wiese wenigstens erinnernden Fläche unsere Zelte aufgeschlagen. Abends war es schon recht kühl, wie auch schon an den beiden letzten Abenden, so dass wir uns die Trainingshosen angezogen haben. Ob es schon herbstlich wird? Nach dem Kochen und Essen haben wir uns um 22 Uhr zum Schlafen in die Zelte begeben.

 

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