Griechenland 1956 Überschrift

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Donnerstag, 23.08.1956 (7787 - 7896 = 109 km), Athen - Theben

Um 6 Uhr sind wir aufgestanden, haben die Sachen gepackt und noch einige Einkäufe gemacht. 11.45 Uhr konnten wir aus Athen abfahren, nachdem die große Abschiedszeremonie von unseren Gastgebern und Mpovoletis beendet war.

Bis Eleusis ging es auf der Straße, die nach Korinth führte und die wir schon einige Male gefahren waren, entlang. Unterwegs habe ich in Daphni drei Tücher für die Mädchen gekauft. Dann bogen wir landeinwärts ab. Wir kamen wieder in stark hügeliges, nur mit niedrigen stacheligen Büschen bestandenes Land. Es ist ein trostloses Bild.

Etwa 20km hinter Eleusis kamen wir an den Wegweiser nach Panaktos, einem Dorf mit einer alten attischen Grenzfeste. Da wir uns noch keine angesehen hatten‚ packte uns ein unbezähmbarer Drang, und wir fuhren von der Straße ab. Wie wir allmählich merkten, hatten wir uns was Schönes eingebrockt.

Der Weg war furchtbar, und wenn es kein Widerspruch wäre, müsste man sagen unwegsam. Durch die Ebene, durch die die Asphaltstraße nach Theben führte, ging es bis zum Rande und dann in die Berge hinauf. Nach eher sehr anstrengenden Fahrt kamen wir zum Dorf Panaktos und mussten von dort noch eine gute halbe Stunde auf den Berg steigen, auf dem die Grenzfeste lag. Sie hat eine beherrschende Lage in dieser Höhe über die Ebene, durch die wir heraufgekommen sind, und auf eine nördlich gelegene, die durch Berge von der ersten getrennt wurde.

Beim Aufstieg über Felsen und trockenes Land kamen wir recht ins Schwitzen. Oben wehte aber ein etwas kühlerer Wind, der uns wieder erfrischte. Von der Festung waren nicht mehr viele Bauglieder erhalten, aber das war ja auch nicht so wichtig wie die Lage, die wir noch gut erkennen konnten. Die Mauern und Gebäude sind nach dem Sieg Spartas über Athen geschliffen worden. Beim Abstieg habe ich einige Topfscherben gefunden, auf denen man noch Reste antiker Malereien erkennen kann.

In dem Dorf Panaktos haben wir zur Labung der trockenen Zunge in einem Haus um ein Glas Wasser gebeten, was uns auch freundlichst mit einem Schnaps dazu gereicht wurde. Man ist überall sehr gastfreundlich. Nachdem wir uns auf dem schlechten Weg wieder zurück gequält hatten, ging es auf der Asphaltstraße flott weiter.

Wir mussten jetzt auf 600 m klettern, einen Pass über den Kithairon, an dessen Nordosthang Plataia liegt, wo die Perser im Jahre 479 von den Griechen unter dem Spartanerkönig Pausanias das erste Mal zu Lande geschlagen wurden. Man konnte sich hier von Erythraia aus auch wieder ein klares Bild von dem damaligen Schlachgelände machen.

Durch die Ebene von Theben ging es dann bis zur Stadt, die heute 12000 Einwohner hat (heute: Thivai). Antike Bauten sind hier nicht mehr erhalten. Einen schönen Teppich habe ich hier für 120 Drachmen gekauft. Er sollte erst 180 Drachmen kosten, so kann und muss man handeln.

Durch die Ebene von Theben fuhren wir dann noch etwa 10km, haben uns dort unter einem Wasserhahn an der Straße gewaschen und beim weiterfahren dann einen Zeltplatz gesucht. Bald fanden wir auch einen Weg, der nach rechts von der Straße hinunterführte. Wir fuhren auf ihm etwa 200 m und haben dann auf einem Stoppelfeld unsere Zelte aufgeschlagen. Es war noch sehr warm, und der Wind brachte auch keinerlei Erfrischung.

Bald hätte ich ein großes Ereignis vergessen: nachmittags hatte sich der Himmel bewölkt, so dass die Sonne für einige Stunden nicht zu sehen war. Nach dem Kochen und Essen haben wir uns 22 Uhr hingelegt.

 

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